The Uncensored Library – Verteidigung der Pressefreiheit Minecraft sei Dank

Das ungewöhnliche, aber interessante Projekt „The Uncensored Library“ der NGO Reporter ohne Grenzen setzt sich für die Pressefreiheit ein – und zwar in Minecraft!

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Es lohnt sich oft ein Blick über den Tellerrand. Vor allem bei Minecraft, denn unser Lieblingsspiel Minecraft bietet neben den bekannten Auswirkungen wie Let’s Plays, Messen, Mobile Games oder einem Film so viel mehr. Sei es der weltweit erfolgreiche Einsatz in der Bildung oder als Inspiration für Architektur. Nun gibt es einen weiteren löblichen Eintrag in der schon jetzt langen Geschichte rund um das Klötzchenspiel: ein Zeichen für die Pressefreiheit.

Minecraft ist auf der ganzen Welt verbreitet und bei vielen Generationen beliebt. Durch den minimalistischen Grafikstil ist es zudem nicht nur zugänglich, sondern wirkt auch harmlos. Diese Eigenschaften macht sich nun die NGO Reporter ohne Grenzen zur Eigen. Denn anlässlich zum Welttag gegen Internet-Zensur hat die Organisation eine eigene Spielwelt (Map) gebaut. Diese beinhaltet eine „digitale Bibliothek“, nämlich „The Uncensored Library“. Die soll natürlich nicht nur imposant aussehen, sondern verfolgt einen modernen und fast schon spielerischen Ansatz, um die Welt für Internetzensur in Diktaturen etc. zu sensibilisieren und Betroffene aufzuklären!

Aber selbst dort, wo fast alle Medien von Zensur betroffen sind, ist das erfolgreichste Computerspiel der Welt weiterhin frei zugänglich. Reporter ohne Grenzen (RSF) nutzt dieses Schlupfloch, um die Internet-Zensur in den betroffenen Ländern zu umgehen, und bringt die Wahrheit zurück – innerhalb von Minecraft. | Reporter ohne Grenzen

Wie kommt man in die digitale Bibliothek?

„The Uncensored Library“ kann heruntergeladen werden oder man besucht den offiziellen Server. Eine leichte Verbreitung ist so nicht mehr aufzuhalten. Zudem bietet der Server mit einem eigenen Resource Pack eigene Texturen und Sound Files. Für den Zugang wird die Minecraft-Version 1.14 benötigt, die Adresse des Servers lautet „visit.uncensoredlibrary.com„. Der besondere Clou der Bibliothek ist nämlich, dass der Spieler die Texte von in diktatorischen Staaten zensierten und verfolgten JournalistInnen lesen kann – selbstverständlich in Büchern. Auch die Schallplatten wurden umfunktioniert: Denn sobald man diese abspielt, werden die Texte in der Heimatsprache vorgelesen. Thematisiert werden in der Bibliothek die Länder Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam.

„The Uncensored Library“ ist interessanter Ansatz, wie ich persönlich finde. Menschen, die zum Beispiel in einer Demokratie mit einer gut geschützten Presse leben, lernen auf diese Art und Weise viel über die thematisierten Länder. Von der Einschränkung der Pressefreiheit betroffene Menschen werden über dieses Projekt aufgeklärt und von Staaten verfolgte Autoren können so weiter ihre Botschaften verbreiten, ohne einer weiteren Zensur ausgesetzt zu sein. Es handelt sich hierbei um ein sehr sensibles Thema, weil Millionen von Menschen hiervon betroffen sind und Journalisten oder Menschen, die ihre eigene Meinung frei äußern möchten, nicht nur Verfolgung oder Haftstrafen, sondern sogar den Tod fürchten müssen.

In der gigantischen Lobby der Bibliothek kann man sich darüber hinaus über die Rangliste der Pressefreiheit informieren. Die Liste in der Mitte führt alle Länder auf. Übrigens befindet sich Deutschland auf dem 13. Platz von 180 Staaten. Die letzten Plätzen werden unter anderem von Nordkorea, China, Saudi-Arabien und Turkmenistan eingenommen.

Quelle: https://www.uncensoredlibrary.com/de

4 Kommentare

  1. Madame Mim sagt:

    Geil gespeichert ^^

    1. Madame Mim sagt:

      P.S ich komm nicht auf den Server unter visit.uncensoredlibrary.com bei Multiplayer 🙁

      1. johnconnor008 sagt:

        Hast du 1.14 ausgewählt? 😉

  2. Anothep sagt:

    Sehr interessantes Projekt. Ich persönlich halte die vom Staat bzw. von der Landesführung verhängte Zensur für offensichtlich und gut zu erkennen. Die oftmals nicht erkennbare Selbstzensur halte ich für viel gefährlicher! Die eigene Meinung zugunsten eines Geldgebers umzugestalten ist viel trügerischer. Und da fällt die Presse oft auch drunter.
    Tolle Kolumne, john =]

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