Wie ein Minecraftler den Seed des Startmenüs gefunden hat

Das Panorama im Startmenü von Minecraft kennt so gut wie jeder, aber erst 9 Jahre später kann dieser Ort auch endlich erkundet werden. Denn der Spieler Tomlacko hat dieses Unterfangen mithilfe eines spektakulären Projekts geschafft.

Bestimmt kennst auch du dieses Foto. Es ist das sich langsam bewegende Panorama, das im Hauptmenü vieler Minecraft-Versionen bis 2018 gezeigt wurde. Dieses Panorama erschien in der Version 1.8.1 im September 2011. Da war dieser Server noch keine zwei Monate alt. 😉

Eine wahnsinnige Idee

Der Spieler „Tomlacko“ hatte Ende Juni die Idee, den Seed zu finden, in dem dieses Panorama enthalten ist. Ein Seed ist ein Code, mit dem der Zufallscharakter einer neuen Welt festgelegt wird. Mit diesem Code ist es dann möglich, ein und dieselbe Welt immer wieder erstellen zu können. Da es rein theoretisch über 18 Trillionen (Zahl mit 18 Nullen) unterschiedliche Welten gibt und eine einzelne Welt maximal 60 Millionen x 60 Millionen Blöcke groß sein kann, ist eine Suche nach dem Panorama schier unmöglich. Also greift Tomlacko auf ein spezielles Projekt zurück: Minecraft@Home.

Dieses Projekt ist eine Art Plattform, auf der User ihre Computer (Host) für Recherche-Zwecke bereitstellen können. Wird der Computer gerade nicht benutzt, kann beispielsweise die Grafikkarte für Berechnungen von anderen Nutzern beansprucht werden. Man kann sich das in etwa wie eine große Community-basierte Server-Farm vorstellen. Auf diese Art und Weise kann zum Beispiel der höhste natürlich vorkommende Kaktus gesucht werden. Der bisher höhste gefundene Kaktus misst stolze 22 Blöcke!

Kein einfaches Unterfangen

Wie geht man bei so einer Idee vor? Zunächst einmal suchte das Team rund um Tomlacko das Panorama nach allen nützlichen Informationen ab. So konnte man das Biom beispielsweise anhand der Farben von Tall Grass identifizieren. Anschließend wurden Kameraperspektive und Field of View eingegrenzt. Zudem wurde die Szenerie des Panoramas Block für Block nachgebildet, um ein Raster der einzelnen Blöcke zu haben.

Aus diesen Informationen konnte anschließend ein Programm entwickelt werden, das Welten nach Biomen und bestimmten Terrain-Mustern basierend auf den gesammelten Informationen durchsuchen kann. Anschließend wurde noch ein Screenshot-Bot programmiert, der relevante Bereiche in den Welten nacheinander scannen konnte. Für Tomlackos Projekt haben am Ende 181 Rechner und 231 Grafikkarten automatisiert Welten nach diesem Panorama durchsucht, bis es schlussendlich am 18. Juli 2020 durch den Rechner von vanos0512 innerhalb von 24 Stunden aufgespürt wurde.

Der entscheidende Seed

Um den Ort selbst bereisen zu können, musst du Minecraft in der Version Beta 1.7 starten und eine neue Welt mit einem der beiden Seeds erstellen:

  • 2151901553968352745
  • 8091867987493326313

Offenbar haben sich die Entwickler von Mojang nicht allzu viel Mühe gemacht, um einen schönen Ort für das Panorama zu finden, denn die Koordinaten sind nicht allzu weit weg vom Spawn:

  • X: 61.48
  • Y: 75
  • Z: -68.73

Quellen und weiterführende Links:

1 Kommentare

  1. Anothep sagt:

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch nie daran gedacht mal in dieser Welt rumzulaufen oder mal danach zu suchen.
    Vor bestimmt viel zu langer Zeit habe ich mal bei SETI @ Home mitgemacht für ein paar Wochen. Mit einem Rechner der inzwischen sicher von jedem Billig-Smartphone abgehängt wird xD Da aber keine Aliens gefunden wurden, war ich enttäuscht und hörte auf.
    Mich freut es immer wieder, dass Minecraft noch begeistern kann und so viele Leute anspricht.
    Vielen Dank für die News, John, war auf jeden Fall sehr interessant! 😀

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